Am Anfang des Projekts wurden
einige Zielwerte ausgearbeitet. Bei der Konzeptfindung kamen bereits
die ersten virtuellen Entwicklungstools zum Einsatz.
Der Lehrstuhl FTM bietet den Studenten zum einen die Benutzung der Softwaretools an, die auch später in der Industrie vorrausgesetzt werden. Zum anderen finden Lehrveranstaltungen für diese Tools statt, so dass eine Grundqualifikation mit auf den Weg gegeben wird.
Erst der Umgang mit der Software an ein einer speziellen Aufgabenstellung vertieft die Fähigkeiten. Mit Dokumentationen der Studienarbeiten festigt sich auch der theoretische Hintergrund und bildet eine wertvolle Verknüpfung zu einer sinnvollen Verwendung.
Zu den verwendeten Softwaretools gehören unter anderem Catia V5, Simpack, Ansys, Nastran, ADAMS, Matlab/Simulink, HyperWorks, SimDesigner, DIAdem, StarCD, Ramsis und CANalyzer.
Praktische Ausbildung
Oft wird die virtuelle
Produktentwicklung als Wunderwerkzeug dargestellt. Natürlich hat man
riesige Vorteile, jedoch sind dieser Methode auch Grenzen gesetzt. Als
Beispiel sei die subjektive Empfindung der Ergonomie augeführt.
Ein beliebter und berechtigter Streitpunkt zwischen Konstrukteuren und Werkstätten ist die Komplexität der Konstruktion ohne Funktionsgewinn. So passiert es, dass die Grundsätze der fertigungsgerechten Konstruktion vernachlässigt werden.
Beim EHV-Projekt sind die Studenten angehalten, ihre Konstruktionen selbst umzusetzen. Mit der lehrstuhleigenen, geduldigen Werkstatt und fachlichen Betreuung werden die Grund-Fähigkeiten der angehenden Ingenieure ausgebaut. Schleichend verbreitet sich somit der Grundsatz "simple is beautiful", der nebenbei unnötige Kosten spart.
Weil bei der handwerklichen Umsetzung oftmals mehrere Hände notwendig sind, helfen sich die Studenten auch untereinander und erfahren somit viel von den funktionalen Zusammenhängen im Gesamtsystem.
Teamarbeit
Im Lehrplan der Universtät stehen viele fachliche
Veranstaltungen für die Studenten bereit. Oftmals stellt diese Vielfalt
den Student nach Abschluss seines Vordiploms vor eine große
Herausvorderung.
Bei einer späteren Bewerbung werden aber auch auf die sogenannten "Softskills", wie Teamfähigkeit oder lösungsorientiertes Bearbeiten, nicht weniger Wert gelegt wie auf die fachliche Ausbildung.
Diese Fähigkeiten tauchen jedoch nicht explizit im Lehrplan auf. Das EHV-Projekt stützt sich daher auf eine fachlich anspruchsvolle Bearbeitung in intensiver Teamarbeit. Somit wird schleichend auch der gemeinsame Umgang innerhalb des Teams erlernt und wöchentlich in Team-Meetings angewendet.
Firmenkontakte
Da die Studenten
beim Aufbau des Fahrzeugs direkt mit Mitarbeitern der
Kooperationspartner sprechen, ergeben sich wertvolle fachliche Kontakte
auf beiden Seiten. In der Regel werben die Kooperationspartner um die
engagierten Studenten des EHV-Teams.
Die Studienarbeiten werden im Normalfall erst Mitte des Studiums begonnen, so dass nach dem Abschluss der Arbeiten das Ende des Studiums greifbar ist. Der Berufseinstieg wird für die Teammitglieder vereinfacht, da sie schon frühzeitig eine Idee vom potentiellen Arbeitgeber bekommen.
Auch von Seiten der Kooperationspartner wird die Gelegenheit genutzt, sich die Teammitglieder für eigene Diplomarbeiten, Praktika oder Stellenausschreibungen zu begutachten.
Forschung
Das Fahrzeugkonzept basiert auf einer Modulbauweise. An
dem entwickelten Rahmen werden die einzelnen Funktionsmodule befestigt
und miteinander vernetzt. So wird die Symbiose von Mechanik, Elektrik,
Elektronik und Datensystemen veranschaulicht und veränderlich
gestaltet.
Der Basisaufbau beruht auf konventionellen Modulen und unterliegt daher keiner Geheimhaltung, so dass problemlos Veröffentlichungen vorgenommen werden können.
Durch die klare Definition der Schnittstellen ist es möglich, einzelne Module mit innovativen Technologien auszustatten und schnell zu ersetzen. Solche Bearbeitungen, die auch in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern stattfinden, unterliegen der Geheimhaltung. So bleiben nur die vertraulichen Informationen verschlossen, ohne das Projekt im Ganzen von der Öffentlichkeit fern zu halten.
Ohne Markenidentifikation wird eine technologieorientierte Forschung mit Kooperationspartnern aus allen Bereichen der Fahrzeugindustrie ermöglicht.
Projektziele